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FAQ

Wie verteile ich einen Beleg automatisch auf mehrere Konten (Umlagekonten)?

Ein Umlagekonto ist eine gespeicherte Verteilungsregel. Sie hinterlegen einmalig, wie ein Betrag aufgeteilt werden soll – beim Buchen erzeugt Business Central die Teilbuchungen automatisch, inklusive der anteiligen Vorsteuer. Die Funktion ist Standard in Business Central (ab Version 24); eine zusätzliche Erweiterung ist nicht erforderlich.

Typische Anwendungsfälle:

  • Bewirtungskosten: 70 % abzugsfähig, 30 % nicht abzugsfähig

  • Jahreslizenzen oder Mieten, die anteilig auf mehrere Kostenstellen oder Sachkonten laufen

  • Sammelrechnungen, die immer nach dem gleichen Schlüssel verteilt werden

Statt jede Buchungszeile von Hand zu splitten, wählen Sie im Fibu-Buchblatt – also auch im Buchblatt „CIRCULA" aus dem Abschnitt „Prüfung im Fibu-Buchblatt" – nur noch das passende Umlagekonto aus.

Tipp

Beispiel dieses Abschnitts: Reisekosten über 100,00 € netto laufen auf Sachkonto 6640. Über das Umlagekonto „70/30 SPLIT" werden daraus beim Buchen automatisch 70,00 € auf 6640 und 30,00 € auf 6644 (Bewirtungskosten, nicht abzugsfähig) – die Vorsteuer wird im gleichen Verhältnis geteilt (13,30 € / 5,70 €).

Voraussetzungen

  • Die Zielkonten existieren im Kontenplan und sind als Buchungskonten mit aktivierter Direktbuchung angelegt.

  • Sie dürfen Seiten personalisieren (Schritt 3) – das ist eine reine Benutzereinstellung, keine Systemänderung.

  • Sie arbeiten in einem Fibu-Buchblatt (im Circula-Umfeld: Buch.-Blattname „CIRCULA").

Schritt 1: Umlagekonto anlegen

  1. Öffnen Sie die globale Suche (Alt + Q), geben Sie „Umlagekonten" ein und öffnen Sie die Seite.

  2. Wählen Sie „Neu". Die Karte „Umlagekonto" öffnet sich.

  3. Füllen Sie die Kopfdaten aus:

Feld Wert im Beispiel Erläuterung
Nr. 70/30 SPLIT Eindeutiger Code, frei wählbar. Sprechend benennen.
Name 70/30 Split Klartext, erscheint in der Auswahlliste.
Kontoart Fest „Fest" = feste Anteile. „Variabel" = die Verteilung wird zur Laufzeit berechnet (z. B. nach Saldo oder Dimensionswerten).
Belegzeilenaufteilung Aufteilungsbetrag Der Betrag der Buchungszeile wird nach den Anteilen aufgeteilt.

Kopfdaten der Umlagekonto-Karte und die drei möglichen Zielkontoarten

Schritt 2: Feste Kontoverteilung erfassen

Im Bereich „Feste Kontoverteilung" legen Sie pro Zeile ein Ziel und dessen Anteil fest.

Zeile Zielkontoart Zielkontonummer Anteil Ergebnis
1 Vom übergeordneten Element erben – (bleibt leer) 70,00 70 % bleiben auf dem Konto der Buchungszeile (hier 6640)
2 Sachkonto 6644 30,00 30 % werden auf 6644 umgebucht

Die Spalte „Prozent" berechnet Business Central selbst aus den Anteilen – nach der zweiten Zeile steht dort 70 % / 30 %. Die Anteile sind reine Verhältniszahlen; sie müssen sich nicht auf 100 summieren (30 / 70 ergäbe dasselbe wie 3 / 7).

Über „Verteilung testen" können Sie die Aufteilung prüfen, bevor Sie das Umlagekonto einsetzen. Mit „Dimensionen" lassen sich zusätzlich Kostenstellen je Zeile mitgeben.

Fertige Verteilung: 70 % verbleiben auf dem Ursprungskonto, 30 % gehen auf 6644

Tipp

Warum „Vom übergeordneten Element erben"? Damit muss das Ursprungskonto nicht fest im Umlagekonto stehen. Dasselbe Umlagekonto funktioniert dadurch für jede Buchungszeile – unabhängig davon, auf welchem Aufwandskonto sie liegt.

Schritt 3: Spalte „Umlagekonto-Nr." einblenden

Die Spalte ist im Fibu-Buchblatt standardmäßig ausgeblendet. Sie blenden sie einmalig pro Benutzer ein.

  1. Öffnen Sie „Fibu Buch.-Blätter" und wählen Sie das gewünschte Buchblatt (z. B. „CIRCULA").

  2. Klicken Sie rechts oben auf das Zahnrad-Symbol und wählen Sie „Personalisieren".

  3. Klicken Sie in der Personalisierungsleiste auf „+ Feld".

  4. Suchen Sie im Bereich „Feld der Seite hinzufügen" nach „Umlagekonto-Nr." und ziehen Sie das Feld an die gewünschte Position in der Zeilentabelle.

  5. Optional können Sie zusätzlich das Feld „Umlagekonten geändert" einblenden – es zeigt an, ob die Verteilung für diese Zeile manuell angepasst wurde.

  6. Schließen Sie mit „Fertig" ab.

Personalisieren: das Feld „Umlagekonto-Nr." aus der Feldliste in die Zeilentabelle ziehen

Warnung

Stolperfalle: Manchmal lässt sich das neu eingefügte Feld anschließend nicht auswählen (es bleibt grau oder öffnet keine Auswahlliste). Abhilfe: Personalisieren erneut öffnen, das Feld entfernen, neu einfügen und die Seite schließen und wieder öffnen (bzw. F5). Achten Sie darauf, das Feld nur einmal einzufügen – bei Doppeleinfügung erscheint die Spalte zweimal.

Schritt 4: Umlagekonto in der Buchungszeile zuweisen

Öffnen Sie das Buchblatt und tragen Sie in der Spalte „Umlagekonto-Nr." bei jeder Zeile, die aufgeteilt werden soll, das gewünschte Umlagekonto ein – im Beispiel „70/30 SPLIT".

Die Aufwandszeile auf Konto 6640 erhält das Umlagekonto „70/30 SPLIT"

Warnung

Zuweisung je Buchungszeile: Ein Umlagekonto lässt sich derzeit nicht fest an einem Sachkonto hinterlegen – es muss in jeder Buchungszeile einzeln ausgewählt werden. Für den Circula Expenses Connector ist geplant, das Umlagekonto künftig automatisch anhand des Sachkontos mitzugeben.

Schritt 5: Buchungsvorschau prüfen

Prüfen Sie vor dem Buchen immer die Vorschau: „Buchen → Buchungsvorschau", anschließend „Sachposten" öffnen.

Vorschau: aus 100,00 € auf 6640 werden 70,00 € (6640) und 30,00 € (6644); die Vorsteuer wird mit 13,30 € / 5,70 € analog geteilt

Kontrollieren Sie hier vor allem:

  • Stimmen die Zielkonten und die Beträge?

  • Ist die Vorsteuer korrekt aufgeteilt?

  • Sind die Dimensionen (z. B. Kostenstelle, Kostenträger) auf allen Teilzeilen gesetzt?

Schritt 6: Buchen und Ergebnis prüfen

Buchen Sie das Buchblatt wie gewohnt („Buchen" bzw. F9) und bestätigen Sie die Abfrage mit „Ja".

Buchen des Buchblatts mit zugewiesenem Umlagekonto

Nach dem Buchen:

  • Die Sachposten zeigen die aufgeteilten Beträge auf beiden Konten.

  • Die Belegverknüpfung bleibt erhalten: Der Circula-Beleg hängt auch an den aufgeteilten Posten.

  • Über das Circula-Spesenprotokoll kommen Sie mit „Sachposten öffnen", „Fibubuchblatt öffnen" und „Circula-Beleg" direkt zu Buchung und Originalbeleg.

Kurzreferenz Umlagekonten

Schritt Ort in Business Central Aktion
1 Globale Suche (Alt + Q) → Umlagekonten „Neu" – Nr., Name, Kontoart „Fest", Belegzeilenaufteilung „Aufteilungsbetrag"
2 Umlagekonto-Karte → Feste Kontoverteilung Zeile 1: „Vom übergeordneten Element erben", Anteil 70 – Zeile 2: Sachkonto 6644, Anteil 30
3 Fibu Buch.-Blätter → Zahnrad → Personalisieren Feld „Umlagekonto-Nr." einblenden (einmalig)
4 Fibu-Buchblatt (z. B. „CIRCULA") Umlagekonto-Nr. je Zeile setzen
5 Buchen → Buchungsvorschau → Sachposten Aufteilung und Vorsteuer prüfen
6 Buchen (F9) Buchen und Sachposten kontrollieren

Bekannte Einschränkungen

  • Keine feste Zuordnung am Sachkonto: Das Umlagekonto muss in jeder Buchungszeile einzeln gewählt werden.

  • Personalisierung: Das Feld „Umlagekonto-Nr." reagiert nach dem Einfügen gelegentlich nicht – Feld entfernen, neu einfügen, Seite neu laden.

  • Circula Expenses Connector: Die automatische Mitgabe des Umlagekontos je Sachkonto ist noch offen und wird als Erweiterung geprüft.

  • Kontoart „Variabel": Für saldo- oder dimensionsabhängige Verteilungen (z. B. Umlage nach tatsächlichen Kostenstellenanteilen) statt fester Prozentsätze – in diesem Abschnitt nicht behandelt.